Fulda-Renaturierung
Kommentar: Holger Berge Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Viele Fließgewässer wurden in der Vergangenheit reguliert, d.h. für einen wirtschaftlichen Nutzen oder der Hochwasserregulierung ausgebaut. Der Nachteil waren Einschnitte im natürlichen Ökosystem und auch die Hochwasserregulierung funktionierte nicht wirklich.
Um die entstandenen Schäden wieder auszugleichen, werden an der Fulda Maßnahmen ergriffen, die der Natur eine Starthilfe für den ökologischen Rückbau geben.
 

Renaturierung heißt das Zauberwort für diese Projekte.

Nach einigen Jahren Erfahrung mit den Hochwasserschutzmaßnahmen zeigte sich an der Fulda, gerade in Rotenburg, daß diese Projekte Früchte tragen. Nicht nur die Überschwemmungen im Stadtgebiet wurden minimiert, sondern auch das Ökosystem reagierte mit einer steigenden Artenvielfalt.

Für die Fuldafische bedeuteten diese neuen Strukturen mehr artengerechten Wohnraum, sichere Plätze und Vermehrungsmöglichkeiten. Kieslaicher finden im Gewässergrund die unterschiedlichsten Körnungen für ihren Laich. Der Wechsel von schnell- und langsamfließenden Stellen stellt Aufenthaltsorte für angepaßte Fischarten zur Verfügung. Wer sich etwas Zeit nimmt das Gewässer zu beobachten sieht gerade im Frühsommer, in den verwirbelten Flachstellen, eine große Anzahl von Jungfischen.

Wo stehen wir als freizeitsuchende Angler, Fischer, Naturfreunde und Anglervereine. Die neuen Strukturen bedeuten nicht nur ein Geschenk, sondern auch neue Herausforderungen und Verantwortung. Wir brauchen uns jetzt nicht mehr um umfangreiche Besatzmaßnahmen zu kümmern, der Fisch reproduziert sich selbst. An den vielen neuen Plätzen können die unterschiedlichsten Angelmethoden ausprobiert werden. Auch wenn mal kein Fisch gefangen wurde, haben wir doch die Gelegenheit, die Natur um uns herum zu erleben.

Natürlich gibt es noch viel zu tun um z.B. die mit dem Hochwasser eingeschwämmten Nährstoffe zu minimieren.

Hier ist die Landwirtschaft gefragt, die Tonnen von Nährstoffen durch Gülle und anderen Dünger freisetzt und ungenutzt ableitet. Die Fulda nimmt während dieser Einträge unterschiedlichste Farben an, Fischnährtiere sterben ab und das Lückensystem der Kieslaicher wird verstopft.

Wir als Angler, Fischer, Vereinsmitglieder und Naturfreunde sollten Renaturierungsprojekte aktiv unterstützen und anstatt den einfachen Weg über immerwährende Kritik zu wählen, konstruktiv mitarbeiten, um unsere Freizeiträume natürlich zu gestalten.